Das erste Schweizer Kernkraftwerk der 1000-Megawatt-Klasse hat im November 1979 den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Seither hat das KKW Gösgen mehrere Modernisierungsprojekte zur weiteren Erhöhung der Sicherheit und Leistung durchgeführt.
Kernkraftwerk Gösgen (KKG)
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Die Schweiz, um 1960: Die Schweizer Stromversorgungsunternehmen erkennen, dass sie allein mit Wasserkraft nicht mehr ausreichend Strom für die sichere Versorgung unseres Landes produzieren können. Bereits beginnt sich die Versorgungslücke abzuzeichnen. Zu diesem Zeitpunkt wollen die Stromproduzenten auf Ölkraftwerke setzen.
Doch es kommt anders. In seinem Geschäftsbericht von 1963 gibt der Gesamtbundesrat eine neue Richtung vor: «Der Augenblick ist in der Tat gekommen, da ernsthaft und unverzüglich zu prüfen ist, ob auf die kurzfristig gedachte Zwischenstufe von konventionellen thermischen Kraftwerken nicht verzichtet und unmittelbar auf den Bau und die Inbetriebnahme von Kernkraftwerken zugesteuert werden sollte.» Stärkster Befürworter für die friedliche Nutzung der Atomenergie in der Schweiz ist SP-Bundesrat Willy Spühler. Umweltschutz und Unabhängigkeit stehen im Zentrum der Überlegungen.
Die Folge davon: Die Schweiz setzt auf Kernenergie.
Gebaut werden Ende der sechziger Jahre drei kleinere Anlagen: Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg. 1973 führt die Ölkrise dem Land seine Abhängigkeit vom Erdöl drastisch vor Augen. Der eingeschlagene Weg – Stromproduktion mit Atomkraft – wird damit bestätigt. Als Folge werden jetzt auch Grosskraftwerke in Angriff genommen. 1979 geht mit dem KKW Gösgen der erste 1000-Megawatt-Reaktor ans Netz. Heute erweisen sich die Entscheide von damals als geradezu visionär: Der Strommix der Schweiz – Wasserkraft und Kernkraft – ist frei von CO2: etwas, worum uns viele Länder beneiden.
Das KKW Gösgen: Kurzabriss
Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) liegt auf halbem Weg zwischen den Städten Olten und Aarau in der Nähe grosser Verbraucherschwerpunkte des nördlichen Mittellandes. Das erste Schweizer Kernkraftwerk der 1000-Megawatt-Klasse nimmt im November 1979 den kommerziellen Betrieb auf. Seither hat das KKG mehrere Modernisierungsprojekte zur weiteren Erhöhung der Sicherheit und zur Leistungssteigerung durchgeführt. Diese gehen Hand in Hand mit Investitionen zur Verlängerung der Lebensdauer auf 60 Jahre und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.
Solange die Sicherheit gewährleistet ist, verfügt das KKG über eine unbefristete Betriebsbewilligung. Das KKG erzeugt mittlerweile acht Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr und deckt damit etwa einen Siebtel des schweizerischen Stromverbrauchs. Die Nettostromproduktion ist über die Jahre um 25 Prozent erhöht worden. Das entspricht rund zwei Milliarden Kilowattstunden zusätzlich pro Jahr. Erreicht wurde diese Produktionssteigerung durch die Erhöhung der Reaktorleistung, durch diverse Wirkungsgradverbesserungen sowie durch eine bessere Verfügbarkeit.
Die Stromgestehungskosten sind von 6,30 Rappen pro Kilowattstunde im Jahre 1980 auf 4,34 Rappen im Jahr 2005 (2004: 4,07 Rappen) gesunken. Die Kosten für die zukünftige Stilllegung der Anlage und für die Entsorgung radioaktiver Abfälle sind darin bereits enthalten.
Das KKW Gösgen: Zahlen und Fakten
In Betreib seit: 1979
Reaktortyp: Druckwasserreaktor
Leistung: 1035 MW brutto, 985 MW netto
Totale Nettoerzeugung seit Inbetriebnahme: 232'303'135 MWh (Stand Ende Oktober 2010)
Die Besitzer und Betreiber des KKW Gösgen
| 40% | Alpiq AG | ||||||||
| 25% | Axpo AG | ||||||||
| 15% | Stadt Zürich | ||||||||
| 12,5% | Centralschweizerische Kraftwerke (CKW) | ||||||||
| 7,5% | Stadt Bern | ||||||||
Betreiber: Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG
Geschäftsleitung: Alpiq
Ein Besuch im KKW Gösgen
Die Ausstellung im Besucherpavillon des KKW Gösgen vermittelt Wissenswertes über die Stromversorgung und die Nutzung der Kernkraft. Zu den Highlights gehört u. a. die Nebelkammer, in der kosmische und terrestrische Teilchenstrahlung sichtbar wird. Dauer der Ausstellungsbesichtigung: 1 h. Die Ausstellung ist von Mo bis Sa, 8 bis 17 Uhr, geöffnet.
Für die Werkbesichtigung (Mindestalter 12 Jahre) ist eine Voranmeldung erforderlich.
Gratis-Telefon: 0800 844 822.
Die Besichtigung ist gratis und dauert etwa 3 Stunden. Auf dem geführten Rundgang sehen Sie unter anderem die Ausstellung im Besucherzentrum, den Kommandoraum, das Maschinenhaus, den Kühlturm.
Besucherinnen und Besucher erhalten nach der Besichtigung eine Erfrischung.
Kontakt
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Dann wenden Sie sich bitte an besucher@kkg.ch oder 0800 844 822.
www.kkg.ch
