Kernkraftwerk Leibstadt (KKL)



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Das grösste Schweizer Kernkraftwerk nahm 1984 den kommerziellen Betrieb auf. Es versorgt jeden Tag über eine Million Menschen mit CO2-freiem Strom.

Die Schweiz, um 1960: Die Schweizer Stromversorgungsunternehmen erkennen, dass sie nur mit Wasserkraft nicht mehr genügend Strom für die sichere Versorgung unseres Landes produzieren können. Bereits beginnt sich die Versorgungslücke abzuzeichnen. Zu diesem Zeitpunkt wollen die Stromproduzenten auf Ölkraftwerke setzen.

Doch es kommt anders. In seinem Geschäftsbericht von 1963 gibt der Gesamtbundesrat eine neue Richtung vor: «Der Augenblick ist in der Tat gekommen, da ernsthaft und unverzüglich zu prüfen ist, ob auf die kurzfristig gedachte Zwischenstufe von konventionellen thermischen Kraftwerken nicht verzichtet und unmittelbar auf den Bau und die Inbetriebnahme von Kernkraftwerken zugesteuert werden sollte.» Stärkster Befürworter für die friedliche Nutzung der Atomenergie in der Schweiz ist SP-Bundesrat Willy Spühler. Umweltschutz und Unabhängigkeit stehen im Zentrum der Überlegungen.

Die Folge davon: Die Schweiz setzt auf Kernenergie.
Gebaut werden Ende der sechziger Jahre drei kleinere Anlagen: Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg. 1973 führt die Ölkrise dem Land seine Abhängigkeit vom Erdöl drastisch vor Augen. Der eingeschlagene Weg – Stromproduktion mit Kernkraft – wird damit  bestätigt. Als Folge werden jetzt auch Grosskraftwerke in Angriff genommen. 1979 geht mit dem KKW Gösgen der erste 1000-Megawatt-Reaktor ans Netz, 1984 folgt mit dem KKW Leibstadt das zweite Werk dieser Grösse. Heute erweisen sich die Entscheide von damals als geradezu visionär: Der Strommix der Schweiz – Wasserkraft und Kernkraft – erfolgt frei von Luftschadstoffen und CO2: etwas, worum uns viele Länder beneiden.

Das KKW Leibstadt: Kurzabriss

Am Schweizer Ufer des Hochrheins, unweit der Aaremündung bei Koblenz (Schweiz) und Waldshut (Deutschland), befindet sich das 1275-MW-Kernkraftwerk Leibstadt, das am 15. Dezember 1984 den Dauerbetrieb aufnahm. Nach Beznau-1, Beznau-2, Mühleberg und Gösgen ist Leibstadt das fünfte und grösste Kernkraftwerk der Schweiz.

Alle Anlagenteile des Kernkraftwerks sind in einem überwachten Bereich zusammengefasst. Reaktorgebäude, Maschinenhaus und Trafostation befinden sich in einer Linie, und die meisten Nebengebäude links und rechts davon. Damit diese Kraftwerkbauten optisch nicht allzu dominant wirken, sind sie acht Meter und der 144 Meter hohe Kühlturm sogar 15 Meter unter Geländeniveau abgesenkt worden. Ohne den Kühlturm würde sich dieses Kernkraftwerk im Aussehen kaum von einer grossen Industrieanlage unterscheiden.

1978: Am Hochrhein bei Koblenz wächst das Kernkraftwerk Leibstadt sichtbar in die Höhe. (Bild: KKL)
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Wie das KKW zum Kühlturm kam

Während der Projektphase 1971 wird die Kühlung der Dampfturbine mit Flusswasser verboten: Damals fliessen Industrie- und Haushaltabwässer meist ungeklärt in die Gewässer. Kläranlagen gibt es erst in wenigen Gemeinden. Anfang der siebziger Jahre sind deshalb die Flüsse stark verschmutzt. Die Kühlung der Dampfturbine mit Flusswasser würde den Fluss erwärmen. Und damit das Gewässer noch weiter belasten. Die Kühlung muss also anders gelöst werden: Die Kühlung via Kühlturm ist die Lösung.

Heute sind die Schweizer Flüsse wieder so sauber, dass die direkte Flusswasserkühlung der Dampfturbine theoretisch möglich wäre.

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Das KKW Leibstadt: Zahlen und Fakten

In Betreib seit: 1984
Reaktortyp: Siedewasserreaktor
Leistung: 1275 MW brutto, 1220 MW netto
Leistungserhöhungen: 1998: 106 %; 1999: 109 %; 2000: 112 %; 2001: 114,7 %
Totale Nettoerzeugung seit Inbetriebnahme: 238'041'795 MWh (Stand Ende Dezember 2013)

Die Besitzer und Betreiber des KKW Leibstadt

27,4% Alpiq AG  
22,8% Axpo Power AG          
16,3% Axpo Trading AG
13,6% Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW)
  9,5% BKW Energie AG
  5,4% AEW Energie AG
      5% Alpiq Suisse AG

Betreiber: Kernkraftwerk Leibstadt AG
Geschäftsleitung: Axpo AG

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Ein Besuch im KKW Leibstadt

Besuchen Sie das Informationszentrum von Leibstadt: Drei Etagen mit eindrücklichen, interaktiven Exponaten entführen Jung und Alt in die faszinierende Welt des Stroms. Die Ausstellung ist von Montag bis Samstag von 9.00 bis 17.00 Uhr, sonntags von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie spezielle Öffnungszeiten über Feiertage.

Für die Werkbesichtigung (mindestens 4 Personen) ist eine Anmeldung erforderlich. Senden Sie eine E-Mail an besucher@kkl.ch. Die Besichtigung ist gratis und dauert etwa 2 ½ Stunden. Auf dem geführten Rundgang sehen Sie unter anderem: die Ausstellung im Informationszentrum, Einblick in Simulator im UG, Arealrundgang mit Besichtigung des Kommandoraums, des Kühlturms und des Hauptkühlwasserpumpenhauses.

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Kontakt

Wünschen Sie weitere Informationen? Schreiben Sie eine E-Mail an medien@kkl.ch .
Wünschen Sie eine Führung? Schreiben Sie eine E-Mail an besucher@kkl.ch .