Uran ist der Rohstoff für den Betrieb der heutigen Kernkraftwerke bzw. Atomkraftwerke. Die heute bekannten Vorkommen dieses schwach radioaktiven Schwermetalls sind über die ganze Erde verteilt. Aber auch die Ozeane enthalten riesige Mengen an Uran. Je nach Preis und eingesetzter Reaktortechnik reichen die Uranreserven noch sehr lange, selbst bei einem weltweiten Ausbau der Kernenergie bzw. Atomenergie.
Uran – Ressource mit Zukunft
- Uran ist in der Natur weit verbreitet
- Uranbergbau mit Rücksicht auf die Umwelt
- Zahlreiche Förderländer
- Die Uranreserven reichen noch sehr lange
- Hohe Versorgungssicherheit
- Berechenbare Strompreise
Das bedeutet eine hohe Liefersicherheit auch in der absehbaren Zukunft. Zudem hat der Uranpreis nur eine geringe Auswirkung auf den Strompreis, in der Schweiz macht er nur etwa 5 % desselben aus. Das gibt Sicherheit für die Stromkonsumentinnen und Stromkonsumenten in den Haushalten und in der Wirtschaft.
Uran ist in der Natur weit verbreitet
Uran kommt fast überall in den Gesteinen der Erde vor und in riesigen Mengen in den Ozeanen. Spuren von Uran finden sich daher fast überall in unserer Umwelt und sogar im menschlichen Körper. Viele Mineral- und Tafelwasser aus Gebirgsregionen enthalten geringste Spuren von natürlichem Uran, können aber bedenkenlos getrunken werden.
Wie viele andere Metalle ist das Uran In den Gesteinen nicht in reiner Form enthalten, sondern in Verbindung mit anderen Elementen. Über 200 solche natürliche Uranminerale sind bekannt. Das als Pechblende bezeichnete uranhaltige Mineral Uraninit kommt auch in der Schweiz vor und ist bei Mineraliensammlern begehrt.
Uranbergbau mit Rücksicht auf die Umwelt
Der durchschnittliche Urangehalt in der Erdkruste liegt bei 2-4 Gramm pro Tonne Gestein. Uran kommt damit gleich häufig vor wie die Metalle Zinn oder Wolfram und viel häufiger als Silber. Wie andere Rohstoffe wird Uran nur dort abgebaut, wo es in erhöhter Konzentration vorliegt. Es kann praktisch nur als Energiequelle der Atomkraftwerke (AKW) genutzt werden und wird dadurch keiner anderen Nutzung entzogen.
Es gibt Uranvorkommen, die in Gruben an der Erdoberfläche erschlossen werden, und andere, die über Stollen im Untergrund abgebaut werden. In einigen Fällen wird das Uran mit einer durch Bohrlöcher gepumpten Flüssigkeit aus dem umgebenden Gestein herausgelöst.
In vielen Erzminen werden gleichzeitig mit Uran auch andere Rohstoffe wie Kupfer, Silber, Gold oder Vanadium abgebaut. Ausser in Minen wird Uran auch als Nebenprodukt beim Abbau von Phosphatdüngern gewonnnen.
Heute stehen alle Uranminen unter behördlicher Aufsicht. Viele haben inzwischen das Umweltzertifikat nach internationalen Normen erworben (ISO-Norm 14'001). Sie verpflichten sich damit, Mensch und Umwelt vor schädlichen Einflüssen zu schützen und die Naturlandschaft nach Ende des Minenbetriebs wieder herzustellen. Ebenso ist der Prozess zur Zertifizierung des sozialen Verantwortungsbewusstseins vieler Minengesellschaften im Gang.
Auch die schweizerischen Kernkraftwerke (KKW) sind zertifiziert. Damit verpflichten sie sich, bei ihren Lieferanten auf die Umweltverträglichkeit zu achten. Für weitere Informationen zur Ökobilanz der Kernenergie klicken Sie bitte hier.
Zahlreiche Förderländer
Anders als Erdöl konzentriert sich Uran nicht auf einige wenige Regionen der Welt. Die heute genutzten Uranvorkommen verteilen sich auf zahlreiche Länder. Grösster Produzent ist gegenwärtig Kanada, gefolgt von Australien. Zusammen fördern sie rund die Hälfte des Urans.
Seit dem Ende des kalten Krieges werden zudem die Lagerbestände an spaltbarem Material der beiden grössten Atommächte Russland und USA abgebaut. Dabei wird waffenfähiges Material stark verdünnt (abgereichert), so dass es als Brennstoff für Kernkraftwerke verwendet werden kann. Damit leistet die Atomenergie einen Beitrag zur Friedenssicherung, da das verdünnte Material nicht mehr für Atomwaffen tauglich ist.
Die Uranreserven reichen noch sehr lange
Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Industrieländer (OECD) reichen die bekannten und zu einem Preis von 130 Dollar pro Kilogramm wirtschaftlich abbaubaren Uranreserven beim heutigen Verbrauch für die nächsten 100 Jahre. Die nebenstehende Karte zeigt die Verteilung dieser Reserven. Viele von ihnen liegen in politisch stabilen westlichen Industrieländern.
Die tatsächlichen Uranreserven sind aber viel höher. Steigt der Uranpreis, werden weitere Uranminen erschlossen und die Urangewinnung aus Phosphaten ausgebaut. Zudem fallen heute beachtliche Mengen von Uran bei den verschiedenen Verarbeitungs- und Rezyklierungsschritten im Kernbrennstoffkreislauf an, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen (z.B. 10-jähriges Moratorium für Wiederaufbereitung in der Schweiz) derzeit nicht genutzt werden. Diese Vorräte werden sicher aufbewahrt und können je nach Uranpreis und/oder politischer Entwicklung später der Nutzung zugeführt werden.
Auch die Abraumhalden von Goldminen und die Asche aus der Verbrennung der Kohle in Kohlekraftwerken enthalten grosse Mengen Uran, die leicht gewonnen werden können.
Dadurch erhöht sich die Reichweite der Uranvorräte beim heutigen Verbrauch auf über 500 Jahre.
Falls der Preis noch weiter anstiege, würde sogar die Gewinnung aus Meerwasser rentabel – ein Verfahren, das die Japaner schon praktisch erprobt haben.
Die Reichweite des Urans steigt so auf zehntausende von Jahren – dies bei der heutigen Technologie. Die Reichweite der Uranreserven wird jedoch wesentlich von der eingesetzten Reaktortechnik bestimmt. Die bereits grosstechnisch erprobten sogenannten Schnellen Reaktoren («Schnelle Brüter») können über 50-mal mehr Energie aus Uran gewinnen als die heutigen Anlagen. Wird in Zukunft der weltweite Kernkraftwerkspark mit solchen Brütern ergänzt, steigt dadurch die Reichweite des mit geringen Kosten gewinnbaren Urans auf zehntausende von Jahren.
Diese Zahlen zeigen deutlich: Uran ist bis in die ferne Zukunft zur Genüge vorhanden und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie es für die Kernbrennstoffversorgung gewonnen werden kann.
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Hohe Versorgungssicherheit
Wegen des enorm hohen Energieinhalts von Uran benötigen die Schweizer Kernkraftwerke nur sehr geringe Mengen Kernbrennstoff. Wenige Eisenbahnwaggons reichen aus, um den Jahresbedarf in die Schweiz zu bringen.
Typischerweise lagern die Kernkraftwerke jene Menge an frischem Kernbrennstoff bei sich, die sie für das nächste Betriebsjahr benötigen. Während der jährlichen Revision wird jeweils nur rund ein Viertel des Kernbrennstoffs ausgewechselt. Falls aus irgendwelchen Gründen plötzlich die Einfuhr von frischem Kernbrennstoff in die Schweiz unterbrochen würde, könnten die Atomkraftwerke während zwei bis drei Jahren mit abnehmender Leistung weiterhin Strom produzieren.
Damit ist in der Kernenergie ein Grad an Versorgungssicherheit gewährleistet, der bei Erdöl oder Erdgas nie erreicht werden kann. Die Erdölpflichtlager beispielsweise reichen maximal 2 bis 3 Monate.
Berechenbare Strompreise
Steigt der Preis für Erdöl, wird Heizen und Autofahren teurer. Und auch bei Gaskraftwerken schlagen sich steigende Gaspreise unmittelbar auf die Strompreise nieder: Denn der Preis für das Gas macht 70% der Produktionskosten in einem Gaskraftwerk aus.
Anders die Atomkraftwerke: Hier haben die Schwankungen des Uranpreises nur eine geringe Auswirkung auf die Stromerzeugungskosten. Das liegt zum einen daran, dass das meiste Uran im Rahmen langfristiger Lieferverträge gehandelt wird. Zum anderen macht der Preis des Urans heute nur 5 % der Produktionskosten aus oder etwa 0,2 Rappen pro Kilowattstunde.
Das bedeutet, dass auch bei einem allfälligen starken Preisanstieg beim Uran der Strom ab Werk nur wenig teurer würde und die Stromerzeugung aus Kernenergie bei den heutigen Strompreisen weiterhin wettbewerbsfähig bliebe.
Das gibt Sicherheit für die Zukunft, denn die Kosten für Atomstrom bleiben für die Stromkonsumentinnen und Stromkonsumenten langfristig abschätzbar.
