Jede Art der Stromproduktion erfordert den Einsatz von Rohstoffen wie Kupfer, Eisen oder Aluminium sowie von Beton. Insbesondere die metallischen Rohstoffe stehen auf der Erde nicht unbeschränkt zur Verfügung und sie werden in fast allen Lebensbereichen eingesetzt. Kernkraftwerke bzw. Atomkraftwerke benötigen vergleichsweise geringen Mengen dieser Rohstoffe – ein entscheidender wirtschaftlicher und ökologischer Vorteil.
Sparsam mit Rohstoffen und Boden umgehen
Viel Strom mit wenig Rohstoffen
Die Ökobilanz einer Stromerzeugungstechnik – sozusagen ihr «ökologischer Fussabdruck» – ergibt sich nicht allein aus dem Betrieb der Kraftwerke selbst, sondern aus der Betrachtung der gesamten Produktionskette «von der Wiege bis zur Bahre»: der Menge an Energie, Rohstoffen und Landfläche, die für die Produktion einer Kilowattstunde Strom nötig sind.
Das zur Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gehörende Paul Scherrer Institut (PSI) berechnet und vergleicht seit vielen Jahren die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen, die bei der Stromerzeugung auftreten (siehe Randspalte). Dabei haben die Wissenschafter festgestellt, dass beim wichtigen Metall Kupfer die Wasserkraft und die Kernenergie bzw. Atomenergie am besten abschneiden. Umgekehrt weisen die Wind- und vor allem die Solaranlagen eine sehr viel schlechtere Bilanz auf, insbesondere wenn sie in vergleichsweise windschwachen bzw. sonnenarmen Gebieten wie der Schweiz gebaut werden.
Dieses Gesamtbild gilt nicht nur für Kupfer, sondern ähnlich auch für weitere Rohstoffe wie Eisen, Aluminium oder Beton. Die günstige Bilanz der Kernenergie rührt daher, dass im Uran die Energie extrem dicht vorkommt und ein einziges grosses Atomkraftwerk (AKW) über eine Million Menschen mit Strom versogen kann. Kernkraftwerke (KKW) und Wasserkraftwerke benötigen vergleichsweise wenig Material, um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen. Sie sind materialeffizient.
Anders beim Wind- und Sonnenstrom: Diese Energiequellen kommen «verdünnt» vor. Sie müssen aus einer grossen Fläche eingesammelt werden, und Wind und Sonne stehen nicht immer zu Verfügung. Im Ergebnis benötigen diese Technologien sehr viel Material, um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen.
Im Vergleich zu anderen Stromerzeugungstechniken bindet die Atomenergie sehr wenig Rohstoffe, was im Hinblick auf die zu erwartende Verknappung und Verteuerung der Rohstoffe in Zukunft wichtig werden dürfte.
Unverbaute Landschaft – ein knappes Gut
In einem kleinen und dicht besiedelten Land wie der Schweiz ist unverbaute Landschaft ein knappes Gut. Hier hat die Kernenergie grosse Vorteile. Mit einer Handvoll Atomkraftwerken an wenigen Standorten kann im Verbund mit der Wasserkraft und ergänzt durch Biomasse, Wind- und Sonnenkraft die Schweiz zuverlässig mit Strom versorgt werden.
Boden und Landschaft sind Ressourcen, mit denen unser dicht besiedeltes Land verantwortungsbewusst und sparsam umgehen sollte.
