Genossenschaft für nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW)

Sondierstollen für radioaktive Abfälle am Wellenberg: Von der Standortgemeinde an der Urne angenommen, vom Kanton abgelehnt.

Nach umfangreichen Untersuchungen an verschiedenen Orten in der Schweiz hat die Nagra im Jahre 1993 den Wellenberg im Kanton Nidwalden als Standort für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle vorgeschlagen. Die Lagerkavernen waren hier in tonigem Mergelgestein vorgesehen. Die im Jahr 1994 gegründete Genossenschaft für nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW) mit Sitz in Wolfenschiessen wäre für Bau und Betrieb zuständig gewesen.

Das Projekt «Wellenberg» war aufgrund eines kantonalen Volksentscheides seit 1995 blockiert. Experten des Bundes sowie die Expertengruppe Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle (EKRA) empfahlen im Frühjahr 2000, den Standort Wellenberg weiter zu verfolgen und einen Sondierstollen für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zu bauen. Der Nidwaldner Regierungsrat hatte im Jahre 2000 ein Beratungsgremium mit verschiedenen Experten eingesetzt (Kantonale Fachgruppe Wellenberg, KFW). Die KFW überprüfte die Anpassungen des Lagerkonzeptes und stand dem Regierungsrat unabhängig beratend zur Seite. Aufgrund der Empfehlung der KFW hatte der Regierungsrat im September 2001 der GNW eine Konzession für den Bau des Sondierstollens mit Auflagen erteilt. Diese Konzession wurde von den Nidwaldner Stimmbürgern am 22. September 2002 abgelehnt.
 
Die Stimmbürger der Standortgemeinde Wolfenschiessen hatten im Jahr 1994 einem Vertrag mit der GNW zugestimmt, welcher die Rechte und Pflichten der Gemeinde im Zusammenhang mit einem Tiefenlager regelte. Ebenso genehmigten sie die nötigen Umzonungen. Bei den kantonalen Volksentscheiden 1995 und auch 2002 hat die Gemeinde beide Male entgegen der kantonalen Mehrheit die Konzessionsgesuche der GNW angenommen.
 
Die GNW hat sich vom Standort zurückgezogen und die vorhandenen Feldeinrichtungen abgebaut.